Veröffentlicht: 01.02.2021

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Das Felsenhaus – Villa Troglodyte in Monaco

Architektonische Inspiration lässt sich am besten aus der Natur schöpfen.

Dieses Credo war die Leitidee von Jean-Pierre Lott – dem Architekten dieses außergewöhnlichen Gebäudes in Monaco. Der Bau der Villa Troglodyte wirft die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zur Natur auf, von der Natur bis zur Kultur: Wie kann man ein Haus aus Fels meißeln und das Gebäude in die Landschaft einfügen, ohne diese zu verändern?

Das Wort „Troglodyt“ bedeutet wörtlich übersetzt aus dem Französischen „in einer Höhle wohnen“. Die Residenz befindet sich tatsächlich im Inneren eines Felsens, und die Innenräume sind im organischen Stil gestaltet. Der Architekt hat sich vorgenommen, das Unmögliche zu vollbringen – die Natur und fortschrittliche Ingenieurskunst miteinander in Einklang zu bringen.

Die Herausforderung dieses Projekts bestand darin, das Haus an die Landschaft anzupassen, indem man mit ihr und nicht gegen sie arbeitete.

Deshalb verlief die Planung gewissermaßen rückwärts. Zunächst wurde der Körper der Felsformation entworfen, in dessen Inneren das Haus entstehen sollte. Die Idee dahinter war, dass sich das Gebäude in die Landschaft einfügt und auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar ist.

Das Gebäude entstand rund um die Idee, eine Felsenhöhle zu errichten.

Schon der Eingang zum Haus soll den Eindruck erwecken, man betrete eine Höhle, da er in einer Felsspalte angelegt ist. Von dort gelangt man über einen Steg direkt in die Schwimmhalle. Das Schwimmbecken ist eine Metapher für einen unterirdischen See. Die Beleuchtung der Schwimmhalle ist so konzipiert, dass natürliches Licht durch einen großen Spalt einfällt, der sich über die gesamte Höhe des Hauses erstreckt.

Ein Verweis auf die unterirdische Welt.

Die gesamte Wegeführung, die durch das Haus verläuft und alle Räume miteinander verbindet, ist um diesen Felsspalt herum angeordnet. Die Räume dieses Hauses werden zudem durch Fenster beleuchtet, die sich in den Spalten des künstlichen Felsens befinden, der die Hülle dieses Gebäudes bildet.

Die Felsspalten sind ein integraler Bestandteil des Felsens und schaffen, ähnlich wie Gemälde, einen Dialog zwischen dem Natürlichen und dem vom Menschen Geschaffenen.

Im Erdgeschoss wurden die natürlichen Felsen erhalten.

In den oberen Stockwerken des Gebäudes wurden künstliche Felsen errichtet, wobei die natürliche Textur des Gesteins, aus dem das Haus gebaut wurde, beibehalten wurde. Die entworfenen Formen unterstreichen zusammen mit der nachgebildeten Vegetation die natürlichen Merkmale der Felsen, Risse und Ausbrüche, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es sich um eine Felsenimitation handelt.

Eine gekonnte Verbindung von künstlichen und natürlichen Felsen.

Mehr als die Hälfte der Außenfläche des Gebäudes ist kein Werk der Natur, sondern eine gekonnte Nachbildung der Struktur der Felsen, die an diesem Ort vorkommen. Das gekonnt komponierte Design und die hervorragende Umsetzung haben dieses Gebäude zu einer der Attraktionen Monacos sowie zu einer Inspirationsquelle für viele Architekten auf der ganzen Welt gemacht.

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